verjährung und vergeltung

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verjährung und vergeltung

Beitrag  patagon am Sa 06 März 2010, 06:54

vor 30 jahren starb ein mädchen in deutschland unter nie ganz geklärten umständen. die eltern waren geschieden. die mutter hatte danach einen deutschen arzt geheiratet.
der leibliche vater des mädchens, ein franzose, beschuldigte den stiefvater, sein kind ermordet zu haben.
nachdem ein deutsches gericht dem mann in diesem fall nichts nachweisen konnte, wurde er auch nicht nach frankreich ausgeliefert.
nun ließ der franzose den arzt nach frankreich entführen um ihn dort vor gericht zu stellen.
diese nachricht habe habe ich gehört. leider sind mir nähere einzelheiten nicht bekannt.
aber ich habe eine menge fragen zu der rätselhaften geschichte.
wer weiß mehr dazu?
über meine persönliche neugier hinaus, wirft der fall viele fragen auf.
juristisch: wie kann es in euroland sein, dass deutsche und französische behörden nicht zusammenarbeiten?
aus frankreich gibt es einen haftbefehl gegen den arzt.
der mann war auch in deutschland wegen eines ähnlichen deliktes verurteilt worden und hat inzwischen die strafe abgesessen. man wirft ihm vor, ein mädchen betäubt zu
haben um sich an ihr zu vergehen.
genau das gleiche wirft der vater des getöteten mädchens diesem mann vor.
in deutschand wäre der der erste fall inzwischen verjährt und für den späteren hat er die strafe verbüßt.
der franzose kann sich nicht damit abfinden, dass der mutmaßliche mörder seiner tochter nun als freier mann völlig unbehelligt weiter leben kann.
er ließ ihn nach der entführung in frankreich an ein tor fesseln und hofft dass ihm dort der prozess gemacht wird.
er selbst hat sich des menschenraubes schuldig gemacht und steht auch dazu. er weiß, dass er deswegen mit einer sehr hohen strafe zu rechnen hat. aber das ist ihm egal. er möchte vergeltung für den tod seiner tochter.

ich persönlich glaube dass der franzose recht hat und hoffe, und glaube auch, dass man in frankreich den fall auch so sieht.

was wißt ihr davon und wie denkt ihr darüber?

patagon

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weiss nix...

Beitrag  Gast am Sa 06 März 2010, 08:30

hi patagon,

ich weiss nix von dem fall...hab nur dein posting gelesen...

meine meinung dazu:

wenn der mann schon angeklagt war und nix bewiesen wurde kann ich mir schwer was vorstellen, was die franzosen da jetzt nach so vielen jahren noch wirklich finden wollen...wenn der franzose nicht wirkliche neue BEWEISE vorlegen kann wird er kein neues verfahren eröffnen können...

weiters denke ich, dass es den franz. behörden schwer gemacht werden wird wirklich einblick in die deutschen akte zu bekommen, schon gar nicht wenn ermittlungsfehler gemacht wurden....der mann gilt nach deutschem recht als unschuldig und die beweisführung als abgeschlossen...

es ist in solchen fällen sehr schwer eine meinung zu haben zu diesen menschen....wenn der mann zu unrecht verdächtigt ist, ist es gut, dass er nicht neuen gerichtsverfahren ausgesetzt ist nur deswegen weil jemand was anderes GLAUBT....sonst würde wohl jeder von uns nur mehr bei gericht sitzen weil irgendwer irgendwas ohne beweise behauptet....

hat dieser vater aber wirkliche beweise ist seine vorgehensweise menschlich verständlich wenn auch juristisch unerlaubt...

ich frage immer nach dem POSITIVEN SINN einer sache und worin liegt der in diesem fall für den einzelnen ??

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Re: verjährung und vergeltung

Beitrag  Gast am Sa 06 März 2010, 11:03

Ein Urteil aus der Ferne ist schwierig, dennoch denke ich, dass man sich hier durchaus auf seinen Instinkt verlassen kann, und das ist es vermutlich, was der Vater des Mädchens getan hat. Rein juristisch hält das natürlich nicht Stand, und das ist wohl auch gut so. Ich vermute, dass alleine dieser Akt der Entführung und öffentlicher Bloßstellung sowie das erneute Hinweisen auf diese ungesühnte Straftat für den Vater von allergrößter Bedeutung war.

Dass sich das nach sovielen Jahren vor Gericht nicht mehr wird beweisen lassen, ist jetzt schon klar.

Rein juristisch wurde seit der Entführung dieses Mannes all das getan, was heutzutage als "korrekt" empfunden wird. Meine Vermutung ist, dass das von großen Teilen der Bevölkerung anders gesehen wird. Alleine schon darin dürfte ein kleiner Trost liegen.

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alice

Beitrag  patagon am Sa 06 März 2010, 11:22

weißt du etwas darüber? die entführung war ja erst vor kurzem. dummerweise habe ich die namen vergessen, sonst könnte ich ja selbst mal recherchieren.
in frankreich liegt seit jahren haftbefehl gegen den mann vor.
es ging bei diesem bericht, den ich gesehen habe um den prozess gegen den vater, wegen der entführung. der sieht dem aber gelassen entgegen.
die frau von dem arzt hat sich in nem interview dahingehend geäussert, dass sie sich im stichgelassen fühle, wenn ihr mann einfach entführt würde und die leute mit fingern auf sie zeigten.
nebenbei. ich fühle mich in meinen vorstellungen oft den franzosen näher als den deutschen.
sie haben eine andere art mit dem leben umzugehen. die gefällt mir besser.

auch als ein paar arbeiter vor nem jahr nachdem sie von der schließung ihrer firma erfahren hatten, kuzerhand das gebäude gestürmt und den ganzen vorstandt übers wochenende eingesperrt haben.

1000 arbeiter können die ja schlecht alles festnehmen und verurteilen. war dann auch so viel ich weiß nicht so.

patagon

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