Alles eintopf..........oder wie?

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Alles eintopf..........oder wie?

Beitrag  Benno am Di 07 Feb 2012, 06:04

Als Eintopf werden allgemein sättigende Suppen oft bäuerlichen Ursprungs bezeichnet, die als vollständige Mahlzeit dienen. Typische Hauptzutaten sind Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen oder Linsen, Gemüse wie Kohl, Steckrüben, Möhren oder Kartoffeln, auch Getreideprodukte wie Graupen, Brot oder Nudeln, in Wasser oder Brühe gegart. Hinzu kommen je nach Rezept und Möglichkeit zum Beispiel Lauch, Sellerie und Zwiebeln, Fleisch, Wurst oder Speck (diese häufig gepökelt oder geräuchert). Die unterschiedliche Garzeit der verschiedenen Zutaten wird bei der Zubereitung berücksichtigt.

Gerichte, die in einem Topf zubereitet werden, sind schon sehr alt und weltweit verbreitet. Im deutschen Sprachgebrauch werden aber nur solche Gerichte als Eintopf bezeichnet, die einen hohen Flüssigkeitsanteil haben, also keine reinen Schmorgerichte. Bekannte Eintopfgerichte sind zum Beispiel Erbsensuppe, Linseneintopf, Pichelsteiner, Gaisburger Marsch, Lübecker National, Kesselgulasch, Tscholent.

Internationale Bezeichnungen für Eintopfgerichte sind stew pot, Chowder, casserole, Olla podrida, Irish Stew, husepot, hotpot, Pot-au-feu, Cassoulet, puchero und Cocido.


Die Kochtechnik, eine komplette Mahlzeit aus verschiedenen Zutaten in einem einzigen Topf zuzubereiten, war früher vor allem in Norddeutschland bis hin nach Ostpreußen verbreitet, bedingt durch die Tatsache, dass das dort übliche niederdeutsche Hallenhaus lange Zeit eine offene Feuerstelle besaß und keinen geschlossenen Herd. Über das offene Feuer konnte nur ein Kochkessel gehängt werden. Gerichte aus gemeinsam gekochtem Gemüse, Kartoffeln und Fleisch wurde früher regional auch als „Durcheinander“ bezeichnet, da es noch keinen anderen Ausdruck dafür gab.[1] „Obwohl also bis weit ins 19. und 20. Jahrhundert das Zusammengekochte zum Ernährungsalltag auf dem Lande und in der Stadt gehörte, so fehlt der zusammenfassende Begriff Eintopf.“[2]

Die Erfindung der Erbswurst als Verpflegung für die deutsche Armee im Deutsch-französischen Krieg war de facto die Einführung des Eintopfs beim Militär. Die so genannte Gulaschkanone ersetzte seit 1910 und im Ersten Weltkrieg bei der deutschen Armee die vorher üblichen größeren Feldküchen. Doch während einschlägige Wörterbücher zur Soldatensprache dieser Zeit den Ausdruck Gulaschkanone und ein Synonym Erbsendroschke aufführen, kommt das Wort Eintopf darin noch nicht vor. Auch bei der Rumfordsuppe handelte es sich de facto um ein Eintopfgericht, sie wurde aber nicht als solches bezeichnet.[1]

In den 1920er Jahren wurde in der Jugendbewegung agrar-romantisches Gedankengut populär. „Auch in Literatur und der bürgerlichen Heimatkunstbewegung wird das Essen aus einer Schüssel zum Gemeinschaftstopos. […] Die Individualisierung, die sich im eigenen Teller für jeden kulturell objektiviert, wird damit zum Sündenfall des Zivilisationsprozesses. Durch den einen Topf, in dem für alle das gleiche gekocht wird, soll mit dem Symptom die Sache revidiert werden.“[3]

Das deutsche Wort Eintopf für in einem Topf zubereitete, als Hauptmahlzeit dienende Suppen wurde den Quellen zufolge erst im frühen 20. Jahrhundert geprägt. Ältere Kochbücher kennen den Begriff nicht.[1] Im Duden ist der erste Eintrag für Eintopfgericht in der Ausgabe von 1934 enthalten, in älteren Ausgaben kommt er noch nicht vor.[4] [1] Die Verwendung ist aber vereinzelt schon für die Zeit vor 1933 belegt.[5] [6]

Der Begriff Eintopf wurde von den Nationalsozialisten popularisiert und ideologisch besetzt.[1] Die Nationalsozialisten verliehen dem Alltagsgericht eine symbolisch-überhöhte Bedeutung und brachten es in Zusammenhang mit dem Begriff der Volksgemeinschaft. 1933 wurde der Eintopfsonntag eingeführt. Alle Bürger waren aufgefordert, an einem Sonntag pro Monat das übliche Fleischgericht durch einen Eintopf zu ersetzen und das so eingesparte Geld dem Winterhilfswerk (WHW) zur Verfügung zu stellen.

Die Popularisierung des Begriffs in der NS-Zeit baute laut dem Volkskundler Konrad Köstlin jedoch auf bestimmten bürgerlichen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts auf, die den Begriff Hausmannskost als Gegensatz zur angeblich überfeinerten Französischen Küche ansah und diese einfache Kost in einen positiven Zusammenhang mit dem deutschen „Volkscharakter“ brachte.[1] „In der durchaus demokratischen Volksfesttheorie des beginnenden 19. Jahrhunderts wird mehrfach die Vorstellung von einem gemeinsamen und gleichen Essen formuliert, durch das soziale Unterschiede zugunsten der nationalen Gemeinsamkeit aufgehoben werden sollen.“[7]

Das gemeinsame Kochen verschiedener Zutaten und die Kombination von Fleisch und Gemüse in einem Topf gehört vermutlich zu den ältesten bekannten Kochtechniken und ist somit jahrtausendealt. Diese Kochtechnik ist in allen Kulturen bekannt. Außerhalb Deutschlands spielt die Konsistenz für die begriffliche Einordnung als „Eintopf“ (one-pot-dish) keine Rolle, im Deutschen bezeichnet man diese Gerichte teilweise anders.

Beispiele für historische Eintopfgerichte sind der Getreidebrei der römischen Gladiatoren, der außer Gerstenschleim noch dicke Bohnen enthielt, ein Mischgericht aus Getreide, Gemüse und Fleisch der Germanen und das Hominy nordamerikanischer Indianer und später der frühen Siedler, das aus zerstoßenem Mais, Bohnen und Fleisch oder Fisch bestand.[8]

Ein spezieller Topf für das Kochen ohne Kessel über offenem Feuer ist der dreibeinige Dutch oven. Solche Töpfe sind in verschiedenen Kulturen bekannt. Im arabischen Raum bestand früher teilweise die gesamte Küchenausstattung nur aus einer Feuerstelle mit einem dreibeinigen Kochgefäß darüber, die sich im Haus oder auch im Hof befand. Ähnliches traf auf die Küchen der unteren Schichten im antiken Rom und in Griechenland zu.[8] Weitere Beispiele sind die nordafrikanische Tajine oder in einigen Balkanländern der Sač.

Eine Abwandlung des Kochens in einem Kochgefäß ist die Entwicklung mehrstöckiger Töpfe mit Einsätzen wie sie in der Arabischen Küche und in der Chinesischen Küche häufig verwendet werden. Im unteren Teil des Topfes wird Gemüse geschmort, während im durchlöcherten Aufsatz darüber Reis oder Couscous durch den Dampf zeitgleich gegart wird. In China wird der so hergestellte Eintopf als Keng bezeichnet.[8] Die Japanische Küche hat den Oberbegriff Nabemono für Gerichte, die komplett in einem Topf oder einer Pfanne zubereitet werden. Einer der populärsten Eintöpfe dieser Art ist Shabu-Shabu.[9] Die typischen Currygerichte der indischen Küche kann man ebenfalls als Eintopfgerichte oder auch als Ragout beschreiben. Auch Pilaw ist ein eintopfartiges Gericht

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Re: Alles eintopf..........oder wie?

Beitrag  Benno am Di 07 Feb 2012, 06:10

Deftiger Bauerneintopf

Zutaten:
1 kg Zwiebeln
200 g Magerer Selchspeck
Öl
1 1/2 kg Faschiertes
1 große Dose Tomaten (á 800 g)
4 EL Tomatenmark
Salz
Pfeffer
3 EL Paprikapulver
Chilipulver nach Geschmack
1 Msp. Muskat
4 EL Kräuter
1 kg Fest kochende Kartoffeln
1/2 kg Karotten
2 Stk. Lauchstangen
3 Stk. Rote Paprika
1/2 kg Reis
Essig
Tabasco

Zubereitung:


Für den deftigen Bauerneintopf Zwiebeln schälen, würfelig schneiden und beiseite stellen. Speck in kleine Würfel schneiden. Wenig Öl im 9-Liter-Topf erhitzen und den Speck und die Zwiebeln darin glasig anbraten. Das Faschierte zugeben und unter ständigem Rühren einige Minuten mitrösten. Dabei das Fleisch in kleine Stückchen zerteilen.

Mit den Dosentomaten löschen, Tomatenmark, Gewürze und Kräuter zugeben und auf kleiner Flamme köcheln lassen.

In der Zwischenzeit die Kartoffeln und Karotten schälen, in kleine Würfel schneiden und beifügen. Den Lauch putzen, waschen, die dunkelgrünen Enden entfernen und den Lauch in feine Ringe schneiden. Die Paprika waschen, entkernen und klein würfeln. Ebenfalls zugeben.

Kochen lassen, bis die Kartoffeln halb weich sind. Dann den Reis mit etwas Flüssigkeit zugeben und unter oftmaligem Rühren gar kochen. Dabei bei Bedarf immer wieder etwas Wasser nachgießen, damit der Reis gut aufquellen kann.

Mit einigen Spritzern Tabasco und Essig abschmecken.

Benno

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Re: Alles eintopf..........oder wie?

Beitrag  Benno am Di 07 Feb 2012, 06:11

Feuriger Hähncheneintopf mit Mango

Zutaten:
1 Stange Staudensellerie
1/2 Stange Lauch
50 g Champignons
1/2 - 1 Schote Chili (grün)
100 g Hähnchenbrustfilet
1 EL Rapsöl
1 TL Kreuzkümmel (gemahlen)
1/4 l Gemüsesuppe
80 g Naturreis
1/2 Stück Mango
1 EL Zitronensaft (frisch gepresst)
Salz
Pfeffer (frisch gemahlen)
50 ml Schlagobers

Zubereitung:


Für den Hähncheneintopf den Sellerie in feine Scheiben und den Lauch in feine Ringe schneiden. Die Champignons putzen und in dünne Scheiben schneiden. Die Chilischote entkernen und fein würfeln.

Das Hähnchenbrustfilet in feine Streifen schneiden, in einem Topf das Öl erhitzen und die Hälfte des Lauchs darin anbraten, bis er leicht Farbe nimmt. Den Kreuzkümmel zugeben und kurz mitbraten.

Den Reis zugeben und die Gemüsesuppe aufgießen. Einen Deckel auf den Topf geben und etwa 15 Minuten bei milder Hitze köcheln lassen.

Inzwischen die Mango schälen, das Fruchtfleisch mit einem Messer vom Kern lösen und in Würfel schneiden. Gemüse, Chili, Champignons und Mango in den Eintopf geben und weitere 5 Minuten garen.

Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen. Das Schlagobers leicht anschlagen, den Eintopf in Schalen anrichten und ein wenig Schlagobers darüber geben.

Tipp:


Um diesem Gericht eine andere Fruchtnote zu verleihen, verwenden Sie anstatt Mango eine Ananas.


Benno

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Re: Alles eintopf..........oder wie?

Beitrag  Benno am Di 07 Feb 2012, 06:13

Kartoffel-Zucchini-Pilz Topf

Zutaten:
Salz
Pfeffer
1 Bund Dill
250 ml Rama Cremefine (Pilze und weißer Balsamico)
4 EL Zitronensaft
3 EL Mehl
600 g Kabeljaufilet
500 g Kartoffeln
500 g Zucchini
80 g Zwiebel
300 g Champignon
3 EL Rama Culinesse (Pflanzencreme Balance)
100 ml Gemüsefond

Zubereitung:


Kartoffeln schälen, waschen und in 1 cm große Würfel schneiden, Zwiebel schälen und würfeln, Zucchini schälen, Kerne mit einem Löffel herauskratzen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Champignons putzen und je nach Größe halbieren oder vierteln. Dill waschen, trocken tupfen, die Fähnchen von den Stielen zupfen und grob hacken.

1 EL Pflanzencreme in einer großen Pfanne erhitzen. Kartoffeln, Zwiebeln und Pilze darin kräftig anbraten. Cremefine Sauce und Fond dazu gießen und bei kleiner Hitze 10 Minuten garen. Zucchinischeiben dazu geben und weitere 10 Minuten garen. Mit Salz, Pfeffer und 1 EL Zitronensaft würzen.

In der Zwischenzeit Fischfilet kalt abwaschen, mit dem restlichen Zitronensaft säuern, salzen und trocken tupfen. Mehl auf einem tiefen Teller geben, den Fisch darin von beiden Seiten mehlieren. Restliche Pflanzencreme in eine beschichtete Pfanne geben und den Fisch von jeder Seite, ca. 3 Minuten bei mittlerer Hitze darin braten. Gemüse auf Tellern verteilen, Dill darüber streuen, den Fisch darauf legen und servieren.

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Re: Alles eintopf..........oder wie?

Beitrag  Benno am Di 07 Feb 2012, 06:15

Fusilli-Bohnen-Eintopf

Zutaten:
300 g Clever Fusilli
1/2 Dose Clever rote Kidney Bohnen
2 Stk. Clever Frankfurter
1 EL Clever Butter
1 EL Clever glattes Mehl
1 Stk. Zwiebel (mittelgroß)
1 Zehe Knoblauch
1/8 l Wasser mit etwas Suppenwürze
Clever weißer Balsamico
Clever Maiskeimöl
Petersilie
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Zubereitung:


Zuerst die Fusilli in reichlich Wasser al dente kochen.

In einem Topf (oder Tontopf) die geschnittene Zwiebel und die gestückelten Frankfurter in Öl kurz anbraten. Jetzt die abgetropften Bohnen dazu geben, mit einem Schuss Balsamico und 1/8 Liter Suppe (Wasser mit etwas Suppenwürze) ablöschen und vom Herd ziehen.

In einem kleinen Topf Butter schmelzen lassen, das Mehl einrühren und mit wenig Wasser, nach und nach solange aufrühren, bis eine sämige Sauce entsteht. Mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und geschnittener Petersilie würzen und zu den Bohnen in die Pfanne rühren.

Bei kleiner Hitze warm halten.

Die fertigen Nudeln abseihen, ebenfalls in die Pfanne geben - durchrühren und mit Petersilie servieren.

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Re: Alles eintopf..........oder wie?

Beitrag  Benno am Di 07 Feb 2012, 06:16

Bigos - Krauteintopf aus Polen

Zutaten:
400 g Sauerkraut
400 g Weißkohl (klein geschnitten)
2 Stück Zwiebeln
Salz
Pfeffer
3 Körner Wacholder
2 Stück Tomaten
1 Hand voll Waldpilze (getrocknet)
300 g Kochwurst
Fett

Zubereitung:


Zunächst die Pilze einweichen. Dann in zwei getrennten Töpfen das Sauerkraut und den klein geschnittenen Kohl kochen, bis beide Zutaten weich sind. Anschließend das Sauerkraut mit dem Weißkohl vermischen. Wacholderkerne hinzugeben, salzen, die Pilze hineingeben und aufkochen. Die Kochwurst in 3 bis 5 cm lange Stücke schneiden, Tomaten klein schneiden und hinzufügen. Alles aufkochen, abschmecken und zum Schluss in der Pfanne die klein geschnittenen Zwiebeln anbraten, glasieren und hinzugeben.

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