Gedichte zum Nachdenken

Seite 1 von 4 1, 2, 3, 4  Weiter

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Gedichte zum Nachdenken

Beitrag  dachs64 am Di 09 März 2010, 17:32

Den Starken kann man nicht ärgern,
nur den Schwachen, den Unsicheren, den Ängstlichen.
Wer sich ärgert, gibt zu, dass ihm der Andere überlegen ist.
(Lao Tse)


Spricht jemand schlecht von dir,
so sei es ihm erlaubt.
Du aber lebe so,
dass niemand es ihm glaubt.


Ich brauche keinen Freund,
der sich jedesmal mit mir verändert
und mein Kopfnicken erwidert,
denn das tut mein Schatten weit besser.


Wer mit dem Leben spielt, kommt nie zurecht.
Wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt immer Knecht.
(Goethe)

drunken

dachs64

Anzahl der Beiträge: 440

Nach oben Nach unten

Re: Gedichte zum Nachdenken

Beitrag  Klaus69 am Di 09 März 2010, 17:41

Viele Wahrheiten die man sich immer mal bewußt machen sollte...

Klaus69

Anzahl der Beiträge: 461

Nach oben Nach unten

wow...schön...

Beitrag  Gast am Di 09 März 2010, 17:46

klaus,
danke dir, welch wunderschöner thread....werd am abend was schreiben dann hab ich besser zeit...

aber einen meiner lieblingssätze von rilke lass ich mal da:

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten wohl nicht vollbringen
aber versuchen will ich ihn.

Gast
Gast


Nach oben Nach unten

Re: Gedichte zum Nachdenken

Beitrag  Klaus69 am Di 09 März 2010, 17:48

Auch sehr passend, aber den Threat haben wir dachs zu verdanken..

Klaus69

Anzahl der Beiträge: 461

Nach oben Nach unten

"abschied" ist für mich immer so...

Beitrag  Gast am Di 09 März 2010, 18:10

ich hab euch doch von meiner liebe erzählt und als er sich trennte wegen seiner krankheit und ängste und mir mal ne sms schickte wo er seiner hoffnung ausdruck gab, ob es mir wohl gut gehe, schrieb ich ihm das anlässlich eines festes:

Ich hoffe

ich hoffe du weisst, wie klar mir ist, dass dein leben - DEIN leben ist
ich hoffe du weisst, in alle meinem tun war nur das ziel
dass ich, dich wirklich glücklich sehen will.
ich hoffe du weisst, wie glücklich ich bin mit MIR
auch dank dem, was ich gelernt hab von dir
ich hoffe du weisst, wie sehr ich dich liebe – so wie du bist
natürlich, ganz ohne frist
ich wünsch dir wirkliche liebe zu dir in all deinem sein und auch für dieses fest
alles glück dieser erde und dass dich die liebe, der mut und die stärke nie verlässt.
ich wünsche dir sehr, dass du allen inneren schmerz überwindest,
den mut und die kraft für das wirkliche leben hast und ne“ heimat“ findest.
sei völlig unbesorgt, ich lebe das leben und mir geht es sehr gut,
dank innerer liebe, stärke und mut.
auch wenn wir uns vielleicht nie mehr wiedersehn,
bleibt die zeit mit dir - für mich wunderschön.

danke dir dafür.

Gast
Gast


Nach oben Nach unten

die verwirrung des abends ?

Beitrag  Gast am Di 09 März 2010, 18:13

klaus

ich lache, anscheinend werd ich abends leicht verwirrt...

also danke dachs für den tollen thread..

Gast
Gast


Nach oben Nach unten

Thread

Beitrag  dachs64 am Di 09 März 2010, 18:17

Nicht ganz uneigennützig.
Ich hoffe, neue Sachen kennen zu lernen. Very Happy

dachs64

Anzahl der Beiträge: 440

Nach oben Nach unten

Re: Gedichte zum Nachdenken

Beitrag  patagon am Di 09 März 2010, 18:48

hi dachs finde die idee auch einfach spitze und als marketing manager fällt mir hier sofort ein, dass wir unbedingt trouble ins boot holen müssen. obwohl man es ihr bei dem allseits bekannten kasernenhofton kaum einer zutrauen würde, sie hat eine poetische ader und sehr viel feingefühl und musikalitaet. ich denke wir brauchen sie hier unbedingt, ebenso wie für jur. analytische fragen rockerbraut.
ich überlege noch was ich reinstelle.
denke da an heinrich heine.
melde mich dazu wieder

patagon

Anzahl der Beiträge: 5062

Nach oben Nach unten

Re: Gedichte zum Nachdenken

Beitrag  Gast am Di 09 März 2010, 18:56

Das hier kennt bestimmt jeder, ich mag's trotzdem... Smile

Er ist`s (Eduard Mörike)

Frühling läßt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte,
süße, wohlbekannt Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schön,
wollen balde kommen.
- Horch, von fern ein leiser Harfenton!

Frühling, ja du bist´s!
Dich hab ich vernommen.

Gast
Gast


Nach oben Nach unten

Re: Gedichte zum Nachdenken

Beitrag  Gast am Di 09 März 2010, 18:59

Und mein Lieblings-Shakespeare, wenn auch ein bisschen seeeehr am Rande des Erträglichen:

SONNET 18

Shall I compare thee to a summer's day?
Thou art more lovely and more temperate:
Rough winds do shake the darling buds of May,
And summer's lease hath all too short a date:
Sometime too hot the eye of heaven shines,
And often is his gold complexion dimm'd;
And every fair from fair sometime declines,
By chance or nature's changing course untrimm'd;
But thy eternal summer shall not fade
Nor lose possession of that fair thou owest;
Nor shall Death brag thou wander'st in his shade,
When in eternal lines to time thou growest:
So long as men can breathe or eyes can see,
So long lives this and this gives life to thee.

Gast
Gast


Nach oben Nach unten

Re: Gedichte zum Nachdenken

Beitrag  Gast am Di 09 März 2010, 19:01

Hier liefere ich noch die deutsche Übersetzung nach:

Sonett 18

Soll ich Dich einem Sommertag vergleichen?
Nein, Du bist lieblicher und frischer weit -
Durch Maienblüthen rauhe Winde streichen
Und kurz nur währt des Sommers Herrlichkeit.

Zu feurig oft läßt er sein Auge glühen,
Oft auch verhüllt sich seine goldne Spur,
Und seiner Schönheit Fülle muß verblühen
Im nimmerruh'nden Wechsel der Natur.

Nie aber soll Dein ewiger Sommer schwinden,
Die Zeit wird Deiner Schönheit nicht verderblich,
Nie soll des neidischen Todes Blick Dich finden,
Denn fort lebst Du in meinem Lied unsterblich.

So lange Menschen athmen, Augen sehn,
Wirst Du, wie mein Gesang, nicht untergehn.

Übersetzt von Friedrich Bodenstedt (1866)

Gast
Gast


Nach oben Nach unten

heinrich heine doktrin

Beitrag  patagon am Di 09 März 2010, 19:09

Heinrich Heine





Doctrin.



Schlage die Trommel und fürchte dich nicht,
Und küsse die Marketenderin!
Das ist die ganze Wissenschaft,
Das ist der Bücher tiefster Sinn.

Trommle die Leute aus dem Schlaf,
Trommle Reveille mit Jugendkraft,
Marschire trommelnd immer voran,
Das ist die ganze Wissenschaft.

Das ist die Hegel'sche Philosophie,
Das ist der Bücher tiefster Sinn!
Ich hab' sie begriffen, weil ich gescheidt,
Und weil ich ein guter Tambour bin.

patagon

Anzahl der Beiträge: 5062

Nach oben Nach unten

für demo ein hohelied auf seine feger

Beitrag  patagon am Di 09 März 2010, 19:31

heinrich heine
ein weib
sie hatten sich beide so herzlich lieb
spitzbübin war sie, er war ein dieb
wenn er schelmenstreiche machte,
sie warf sich auf bett und lachte.

der tag verging in freud und lust
des nachts lag sie an seiner brust
als man ins gefängnis ihn brachte
sie stand am fenster und lachte

er ließ ihr sagen: "o komm zu mir,
ich sehne mich so sehr nach dir,
ich rufe nach dir, ich schmachte" -
sie schüttelte das haupt und lachte

um sechse des morgens ward er gehenkt,
um sieben ward er ins grab gesenkt;
sie aber schon um achte
trank roten wein und lachte.

allen rotweintrinkern
P R O S T!

patagon

Anzahl der Beiträge: 5062

Nach oben Nach unten

WO HEINRICH HEINE

Beitrag  patagon am Di 09 März 2010, 19:37

wo
wo wird einst des wandermüden
letzte ruhestätte sein?
unter palmen in dem süden?
unter linden an dem rhein?

werd ich wo in einer wüste
eingescharrt von fremder hand?
oder ruh ich an der küste
eines meeres in dem sand?

immerhin! mich wird umgeben
gotteshimmel, dort wie hier,
und als totenlampen schweben
nachts die sterne über mir

zum trost und prost

patagon

Anzahl der Beiträge: 5062

Nach oben Nach unten

re dachs

Beitrag  patagon am Di 09 März 2010, 19:44

dachs ich kann das goethe gedicht "wer mit dem leben spielt..."
nicht leiden.
es ist so schulmeisterlich (übrigens mag ixch auch bei aller wertschätzung diesen zug an dir nicht.
ich liebe spiel und leichtigkeit und da wir ja alle so und so als delinquenten in der todeszelle sitzen, versuche ich die zeit, die wir haben so sinnlos und fröhlich wie irgendmöglich zu VERPLEMPERN lol!
prost

patagon

Anzahl der Beiträge: 5062

Nach oben Nach unten

verwechselt ?

Beitrag  Gast am Di 09 März 2010, 19:51

patagonchen,

hast du dachs mit alice verwechselt ?

Gast
Gast


Nach oben Nach unten

na dann...

Beitrag  Gast am Di 09 März 2010, 19:54

patagonchen,

wenn du es gerne lustig hast, dann so vielleicht ?

Martin Opitz (1597-1632)

Grabinschrift eines geilen Weibes

Hier liegt ein höfliches, doch geiles Weib begraben.
Wünscht ihr nicht, dass sie Ruh mög' in der Erden haben:
Sie hat dem Himmel selbst zu gleichen sich geübt
Und nichts als stetige Bewegung mehr geliebt.

Gast
Gast


Nach oben Nach unten

reiten ?

Beitrag  Gast am Di 09 März 2010, 19:56

patagon,

oder so lustig ?

Volksgut

Alter Mann wollt' reiten

Alter Mann wollt' reiten,
Hatte kein Pferd.
Alte Frau nahm Ziegenbock,
Setzt' den alten Mann darob,
Lässt ihn reiten.

Alter Mann wollt' reiten,
Hatte keine Peitsch'.
Alte Frau nahm Strumpfenband,
Gab es ihm in seine Hand,
Lässt ihn reiten.

Alter Mann wollt' reiten,
Hatte kein' Satt'l.
Alte Frau nahm Ziegelstein,
Klemmt ihn zwischen seine Bein',
Lässt ihn reiten.

Alter Mann wollt' reiten,
Hatte keinen Zaum.
Alte Frau nahm Hemdensaum,
Macht ihm einen Pferdezaum,
Lässt ihn reiten.

Alter Mann wollt' reiten,
Hatte keine Stiefeln.
Alte Frau nahm Eimer an,
Stülpt sie über die Beine 'ran,
Lässt ihn reiten.

Alter Mann wollt' reiten,
Hatte keine Spor'n.
Alte Frau nahm Rechenzähn,
Steckt ihm diese in die Been,
Lässt ihn reiten.

Alter Mann wollt' reiten,
Hatte keinen Rock.
Alte Frau nahm Unterrock,
Schmiss ihn über seinen Kopf,
Lässt ihn reiten.

Alter Mann wollt' reiten,
Hatte keinen Hut.
Alte Frau nahm Nachttopf,
Setzte ihn auf seinen Kopf,
Lässt ihn reiten.

Gast
Gast


Nach oben Nach unten

patagons spezialgebiet ?

Beitrag  Gast am Di 09 März 2010, 19:58

Friedrich von Hagedorn (1708-1754)

Unvermutete Antwort

Malthin, den Jüngling, fragt Macrin,
Den Rechtsgelehrsamkeit, Amt, Milz und Alter steift:
Wie nennst du einen Kerl, sprich, sprich, wie nennst du ihn,
Den man im Ehebruch ergreift?
Ich nenn' ihn langsam, spricht Malthin.

Gast
Gast


Nach oben Nach unten

wilhelm busch mal so...

Beitrag  Gast am Di 09 März 2010, 20:00

Wilhelm Busch (1832-1908)

Wirklich, er war unentbehrlich...

Wirklich, er war unentbehrlich!
Überall, wo was geschah,
Zu dem Wohle der Gemeinde,
Er war tätig, er war da.

Schützenfest, Kasinobälle,
Pferderennen, Preisgericht,
Liedertafel, Spritzenprobe,
Ohne ihn, da ging es nicht.

Ohne ihn war nichts zu machen,
Keine Stunde hatt' er frei.
Gestern, als sie ihn begruben,
War er richtig auch dabei.

Gast
Gast


Nach oben Nach unten

Seite 1 von 4 1, 2, 3, 4  Weiter

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

Forenbefugnisse:
Sie können in diesem Forum nicht antworten